A Quiet Place

„Wenn sie dich hören, jagen sie dich“.

A Quiet Place hat ein cleveres Konzept. Atemlose Spannung und echter Schrecken wird mit einer gefühlvollen Erzählung über familiären Zusammenhalt in katastrophalen Zeiten gepaart.

Ziemlich passend im Moment, oder?

Und so geht’s los. Einblendung:

Tag 89

Eine menschenleeren Kleinstadt, wie ausgestorben. Die Familie Abbott ist auf der Suche nach Medizin und Vorräten. Vater Lee (John Krasinski), Mutter Evelyn (Emily Blunt) und die drei Kinder Regan (Millicent Simmonds), Marcus (Noah Jupe) und Beau (Cade Woodward) schleichen auf Zehenspitzen im Supermarkt umher. Kein Geräusch ist zu hören, sie verständigen sich ausschließlich per Zeichensprache. Das hilft Regan, die taub ist, hilft aber auch gegen blinde Monster, die extrem gut hören und jeden Geräuscheverursacher mit ihren scharfen Zähnen töten. Die Abbotts scheinen die einzigen Überlebenden zu sein. Sie haben sich auf ihrer Farm eingebunkert, wo sie ein geräuschloses Leben in ständiger Angst vor den Monstern führen. Eine weitere Herausforderung steht der Familie bevor. Evelyn ist schwanger.

In der ersten Filmhälfte bekommen wir die Monster nicht wirklich zu Gesicht aber nach dem ersten (Horror-) Highlight im Prolog ist man als Zuschauer ständig auf der Hut. Die Präsenz der Monster ist allgegenwärtig. Trotz der ständigen Angst gibt es in der Familie Abbott auch ganz normale Konflikte, die nur nicht auf normale Weise austragen werden können. Zum einen, weil  Regan gehörlos ist (übrigens ist die Darstellerin tatsächlich taub) und rebelliert und damit eine lebensgefährliche Situation verursacht, sondern weil eben jedes Geräusch tödliche Folgen haben kann.

TAG 439

Gut herausgearbeitet wurden die Liebe und die Geduld der Eltern. Man spürt förmlich die der Last der Verantwortung und den unmenschlichen Druck, den sie ausgesetzt sind. Zumal auch noch die Geburt des Kindes bevor steht.

Emily Blunt and John Krasinski in A QUIET PLACE von Paramount Pictures.

John Krasinski und Emily Blunt sind auch im wahren Leben verheiratet. Vielleicht deshalb die reale, warnherzige, familiäre Wirkung auf uns Zuschauer.

Im letzten Drittel gibt der Film dann ordentlich Gas. Die Dramatik steigt und ein Höhepunkt jagt den nächsten. Wenn es vorher fast zu beschaulich zuging, so wirkt das Geschehen jetzt sogar gehetzt. Vielleicht wäre hier Präzision vor Masse besser gewesen. Die gut animierten Monster sind nun ganz zu sehen. Ich hatte sie mir bis dahin nur unheimlicher vorgestellt. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das hervortretende Etwas bei den Monstern das Ohr oder der Schlund oder Beides ist.

Horror oder Drama?

Insgesamt würde ich den Film eher als Drama denn als Horrorfilm einstufen. Er ist mit viel Spannung und Gefühl gut inszeniert und überzeugend in der Darstellung. Am Anfang ist der Film zu still und in der Mitte zu sehr Familiendrama. Dafür endet es dann aber umso lauter. 

Der Film wirkt auch ohne zu wissen, wie es zu der Invasion der Monster kam, und wie es dem Rest der Menschheit ergangen ist. Obwohl, ein bisschen mehr davon und weniger Familiendrama hätten dem Film gut getan.

Mir ist aufgefallen, dass ich unwillkürlich die Regeln des Films befolgt habe und mich beim Schauen bemüht habe kein Geräusch zu machen. Insofern ist der Film bei mir angekommen. Die Fortsetzung A Quiet Place 2 ist fertig und soll im September 2020 in die Kinos kommen. 

(2 /5)

Beim den nicht vorhandenen Bewertungssymbolen von Kino im Radio erhält A Quiet Place
2,5 Ohren von 5 möglichen Ohren 😉 

Hier geht’s zum Trailer: A Quiet Place

Schau dazu auch die Rezension zu Bird Box an. Beide Filme kann man aber gut in der C-Krise schauen, da gibt es viel Schlechteres.

A Quiet Place, USA 2018
Regie: John Krasinski.
Mit Emily Blunt, John Krasinski, Millicent Simmonds.
Paramount, 90 Minuten
FSK 16
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Als Kauf- und Leihvideo (DVD/BlueRay/VOD) erhältlich.