Le Mans 66: Gegen jede Chance


Le Mans 66: Gegen jede Chance

erzählt die wahre Geschichte zweier Männer, mit der Leidenschaft für Autorennen. James Mangold und seine Drehbuchautoren Jason Keller und Jez und John-Henry Butterworth erzählen die Geschichte von einem Kampf  Amerikas gegen Europa, von der amerikanischen Fließbandproduktion und Megakompanie gegen italienische Handarbeit. Ford und Ferrari, so auch der Originaltitel: Ford vs. Ferrari. Beiden gemein ist ein Patriarch an der Spitze – Henry Ford II (Tracy Letts) und Enzo Ferrari (Remo Girone).

Der PR-Chef Lee Iacocca (Jon Bernthal) hat sich eine Kampagne ausgedacht, um die Steigerung der Verkaufszahlen bei Ford zu erzielen. Der Detroiter Autobauer soll ganz groß in den Rennsport einsteigen und nicht nur in den USA, sondern auch in Europa um Siege mitfahren. Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans, wo Ferrari Abonnent auf den Sieg ist, soll Ford die Siegesserie der Scuderia Ferrari brechen. Eine schier unmögliche Aufgabe, für die Carroll Shelby (Matt Damon), der das Rennen 1959 gewann, engagiert wird.

Als Testfahrer bringt er Ken Miles (Christian Bale) mit ins Team und nimmt die Challenge an. Der Ford-Motorsportchef Leo Beebe (Josh Lucas) ist von Miles‘ Temperament wenig angetan und deshalb stets gegen Miles eingestellt. Bis zum finalen Rennen legt Beebe Shelby und Miles deshalb jede Menge Steine in den Weg, was natürlich zu Spannungen für das ganze Projekt führt..

James MangoldJames Mangold ist ein Motorsport-Film geglückt, der exellent, witzig, auf technisch hohem Niveau ist. Er handelt überdies von Freundschaft, Feindschaft, Konkurrenz aber auch Familie und Liebe. Er basiert auf historische Ereignisse und wahren Begebenheiten. Wenn Shelby oder Miles in ihren Autos sitzen, mit irrsinnigem Tempo durch die Kurven fliegen, wenn die Motorengeräusche dröhnen und die Musik die Szenen effektvoll untermalen, dann fühlt man sich, als säße man selbst am Steuer. Mangold erzählt von Menschen, die nicht gegen etwas kämpfen, sondern es von Innen heraus verändern. Menschen, die ihre eigene Ideen haben nicht davor zurückschrecken, gegen Windmühlen zu rennen.

Der Originaltitel Ford vs. Ferrari verwirrt ein wenig, denn es geht zwar um die Konkurrenz zu Ferrari, mehr dazu kommt in dem Film aber kaum vor. In erster Linie geht es um den Kampf innerhalb des Fordkonzerns und um die Eitelkeiten aller Beteiligten. Besonders gefallen hat mir in diesem Zusammenhang die Rolle des Ford-Motorsportchefs Leo Beebe, den ich wirklich schon nach seiner ersten Szene „gehasst“ habe.

Matt DamonInsgesamt überzeugt der Film durch brilliante schauspielerische Leistungen der Protagonisten Damon und Bale und der detailierten, erzeugten Stimmung in fast jeder Minute des Films. Christian BaleDies führt allerdings auch dazu, das der Film sehr lang wurde, Sitzfleisch ist mitzubringen. Und dabei wurde sogar auf die Erzählung der Geschichte zu Carrol Shelby weitestgehend verzichtet.

Eigentlich sollten Tom Cruise und Brad Pitt die Rollen der legendären Rennfahrer Ken Miles (1918-1966) und Carroll Shelby (1932-2012) und Joseph Kosinski (Tron: Legacy, Oblivion) die Regie übernehmen. Vielleicht glücklicherweise war jedoch keiner der drei dabei und es wurden Matt Damon, Christian Bale und Regisseur James Mangold, als die Dreharbeiten Mitte 2018 in den USA und Frankreich begannen.

 „Es gibt einen Punkt, bei 7.000 Umdrehungen, wo alles verblasst“,

sagt Shelby am Anfang und am Ende des Films.

„An diesem Punkt werde alles schwerelos und der Fahrer stelle sich eine einzige Frage, die, wer er sei.“

Eine gute Überleitung für das Fazit:

Ein Film nicht nur für Rennsport-Fans, meine Freundin fand den Film auch gut 😉 ! Etwas weit ausholend, aber von James Mangold toll und dramatisch inszeniert. Die Darsteller überzeugen komplett. Ein Auto-Drama mit Tiefgang. Hätte Kino im Radio eine Bewertungssystem, dann 7.354 von maximal 9.000 Umdrehungen 🙂

Le Mans 66 gibt es in jeder gut sortierten Videothek als Blue-Ray oder DVD und demnächst vielleicht auf Netflix, Amazon-Prime oder Sky.